Feuerwehr-Radiosendung

Fast jeder hört Radio – althergebracht im Badezimmer, der Küche oder dem Auto. Die Sendungen, die hier ausgestrahlt werden, bringen oft „das Beste der 80er, 90er, 2000er und das Allerbeste von heute“ … Umso erfrischender, einmal eine Ausnahme zu finden. Für Feuerwehrleute erst recht, wenn es sich dabei um eine Radiosendung handelt, die vor allem für sie gemacht ist. „Florian ZuSa“, heißt die Sendung, die regelmäßig eben nicht nur über das Internet sondern auch per UKW-Radio gehört werden kann. ZuSa steht für Zucker und Salz. Die beiden Städte, in denen die Studios liegen. Uelzen gilt als Zuckerstadt, Lüneburg als Stadt des Salzes.

Drei Stunden lang Musik aus der Region, kein Mainstream und dabei alles andere als langweilig. So werden auch ganz besondere Themen angepackt, wie kurz vor Weihnachten bei der letzten Sendung des Jahres 2009. Hier ging es um „Integration von Migranten in die Feuerwehr“. Die beiden Studiogäste Elena Drensek (45) und Kim Wilking (18) aus der benachbarten Feuerwehr Bienenbüttel standen Rede und Antwort und zeigten wieder einmal: Bei der Feuerwehr sind Ausländer nicht fremd, sondern erwünscht! Elena kommt aus Russland, Kim ist in Hamburg geboren, doch hat keine weiße Haut. Dies ist kein Problem für die beiden: „Ich habe noch nie Schwierigkeiten deswegen gehabt.“

Feuerwehrreporter: Studiogäste zum Thema Integration Elena Drensek und Kim Wilking

Studiogäste zum Thema Integration Elena Drensek und Kim Wilking

Auch Elena, die seit 2005 in der Feuerwehr ist, freut sich: „In meinem Heimatland gibt es keine freiwilligen Feuerwehrleute. In Russland ist das ein Beruf! Ich habe zwar oft das Gefühl, dass mich die Leute hier noch nicht richtig verstehen. Doch sie helfen mir mit der Sprache – ich bin da oft selber ungeduldiger als Andere.“ Neben Claus Lühr (38), der seit 1998 schon bei Florian ZuSa dabei ist – seit der ersten Sendeminute, sozusagen – sind Jan Wilckens (36) aus Natendorf und Andreas Bahr (46) aus Barendorf für die Live-Sendungen verantwortlich. Doch nicht nur die Niedersachsen arbeiten an dem Projekt: Arne Sties, geboren in Uelzen hat es zwar beruflich nach München verschlagen. Dennoch kümmert er sich aus der Ferne um die Online-Redaktion (www.Florian-ZuSa.de).

Feuerwehrreporter: Das Moderatoren-Team von Florian ZuSa Lühr, Bahr und Wilcken (vlnr)

Das Moderatoren-Team von Florian ZuSa Lühr, Bahr und Wilcken (vlnr)

„Florian ZuSa“ läuft alle zwei Wochen auf „Radio ZuSa“. Das nichtkommerzielle, lokale Bürgerradio ist eines von 14 in Niedersachsen. Die drei Stunden Feuerwehr bereichern das Programm und eben nicht nur über Einsätze wird gesprochen: „Wir haben fast jedes Mal Studiogäste und gehen aktuelle Themen an“, so Claus Lühr, der auch noch eine plattdeutsche Sendung bei „Radio ZuSa“ moderiert: „Die hat aber so gar nichts mit Feuerwehr zu tun!“ Angefangen hatte es für alle gleich: „Wir haben Radioseminare hier im Haus mitgemacht und Blut geleckt. Früher lief noch alles per Fax. Nun geht fast alles per E-Mail und sogar die Interviews können wir zu Hause schneiden.

Feuerwehrreporter: Jan Wilckens (links) und Andreas Bahr moderieren Florian ZuSa

Feuerwehrreporter: Jan Wilckens (links) und Andreas Bahr moderieren Florian ZuSa

Dennoch: Die Familie leidet schon darunter. Der Sonntag ist hin. Zwei bis drei Stunden sitzen wir immer an der Vorbereitung“, berichten Jan Wilckens und Andreas Bahr einstimmig. Dennoch: Für den Ortsbrandmeister Wilckens, der auch noch Pressesprecher ist und für den Hauptfeuerwehrmann Andreas Bahr gibt es nichts Besseres: „Wir können hier auch manche Kameraden fortbilden, fit machen für die Realität. Es kann immer sein, dass ein spektakulärer Einsatz kommt und dann haben sie zumindest schon einmal vor einem Mikrofon gestanden und wissen, was sie sagen können oder sollten.“ So ist Deutschlands einzige Radiosendung für Feuerwehrleute im klassischen Rundfunk ein echter Hinhörer für Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg – oder alle anderen über das Internet.