„Lebensrettung für Lebensretter“ – Notfallrettung im Atemschutzeinsatz

Notfallrettung im Feuerwehr-Einsatz ist ein schwieriges Thema. Viel zu wenige Feuerwehrmänner und -frauen wollen sich bisher mit der Frage beschäftigen. Oftmals wird verdrängt, was passiert, wenn es zum Unfall eines Kameraden oder einer Kameradin während des Atemschutz-Einsatzes kommt.

Daher besteht Handlungsbedarf. „Gerade für kleinere Feuerwehren muss in diesem Bereich etwas getan werden“, sagt Nicolai Gäding (24). Der Mitarbeiter von Dräger ist selbst in einer Feuerwehr aktiv. Gemeinsam mit vielen Helfern aus dem Unternehmen wurden in ganz Deutschland 40 Veranstaltungen auf die Beine gestellt, um Feuerwehrleute für das Thema Notfallrettung zu sensibilisieren und über Sicherheit im Atemschutzeinsatz aufzuklären. Einer dieser Termine lag in der Kreis-Hauptstadt Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Knapp 40 aktive Retter wurden Zeuge einer Übung für die Notfallrettung und konnten sich anschließend über die notwendige technische Ausrüstung informieren.

Dichter Rauch dringt aus der Fahrzeughalle an der Kreisfeuerwehrzentrale in Bad Segeberg. Vier Feuerwehrleute zeigen, wie bei einem Unfall unter Atemschutz richtig gehandelt wird. Staunend, nachfragend und auch kritisch stehen die Feuerwehrleute aus Schleswig-Holstein in der benachbarten Remise, schauen auf die große Leinwand. Per Funk wird jede Sequenz der Rettung von einer Wärmebild-Kamera in den Nachbarraum gesendet. Der externe Referent Detlef Krone erklärt genau, was nebenan passiert. Zuvor hatte er sich mit den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten Oliver Witt (30), Dennis Schubring (24), Frederic Westensee (22) und Robert Rainers (20) von der Feuerwehr Bad Segeberg verständigt: „Nicht nur in dieser Übung solltet ihr langsam und überlegt vorgehen. Klar, ich brauche Zeit für meine Erklärungen; aber auch im Einsatz müsst Ihr Euch umsehen, den Raum in Augenschein nehmen. Ihr müsst erkennen, wo potenzielle Gefahren lauern“, so der Berufsfeuerwehrmann aus Braunschweig. Im Norden und im Süden war der Referent für die Roadshow aktiv, lediglich die Stationen in West und Ost haben andere Kollegen als Trainer übernommen.

Dräger-Mitarbeiter Werner Heitmann (48) & Nicolai Gäding (24)

Dräger-Mitarbeiter Werner Heitmann (48) & Nicolai Gäding (24)

„Wir wollen Feuerwehrleuten einen Impuls geben, ein Interesse für das Thema zu entwickeln und zeigen, welche Produkt-Innovationen Dräger für diesen Bereich bietet. Aber wir machen auch deutlich, was mit einem kleinen Budget geleistet werden kann – hier geht es schließlich um Menschenleben“, beschreibt Nicolai Gäding, der bei Dräger auch für die Feuerwehren zuständig ist. Das Konzept einer so genannten „Roadshow“ fasziniert alle. Dräger übernimmt dabei eine Vorreiterrolle – bisher gab es ein solches, für die Teilnehmer kostenloses Lernprogramm, nicht.

Feuerwehrmann Oliver Witt (30) aus Bad Segeberg

Feuerwehrmann Oliver Witt (30) aus Bad Segeberg

Nach einer theoretischen Einführung in die Notfallrettung beim Atemschutzeinsatz folgten prägnante Fachvorträge. Unterschiedliche Übungen wurden vorgeführt und die Besucher hatten die Möglichkeit, die zahlreichen Produkte auszuprobieren. Die Interessen der einzelnen Teilnehmer waren dabei sehr unterschiedlich. „Für uns ist wichtig, wie lange Garantie gewährt wird, wie lange der Hersteller auch die Nutzung empfiehlt“, sagt Hajo Behrendt (27) von der Freiwilligen Feuerwehr Wasbek. Er ist Sicherheitsbeauftragter und schon seit 1998 in der Feuerwehr, war schon in der Jugendfeuerwehr als Gründungsmitglied aktiv. Sein Interesse gilt an diesem Tage vor allem den Helmen, eine Ersatzbeschaffung ist bald geplant: „Wir müssen ja wissen, was es auf dem Markt so gibt, damit wir dann das Richtige kaufen.“ Und so konnten sich die Teilnehmer neben dem eigentlichen Training auch noch einen Marktüberblick zu den unterschiedlichen Feuerwehrprodukten verschaffen.

Robert (20), Frederic (22), Dennis (24), Oliver (30)

Robert (20), Frederic (22), Dennis (24), Oliver (30)

Damit der Tag möglichst lange nachklingt und in Erinnerung bleibt, erhielten alle Anwesenden ein Teilnahme-Zertifikat. Denn eine gute Erst-Information ist das Wichtigste auf dem Weg zu gut ausgebildeten und ausgestatteten Feuerwehrleuten.

Bis jetzt haben nahezu 2.000 Feuerwehrleute an den Übungen teilgenommen, die im Rahmen der Kampagne „Lebensrettung für Lebensretter“ von Dräger angeboten wurden. Zum Nachlesen erhielten alle Teilnehmer eine schriftliche Infomappe, die Zugangsdaten samt Passwort für den Internetbereich der Kampagne und damit Zugriff zu den Fachvorträgen der jeweiligen Veranstaltungen.

Sehr viel Interesse für Atemschutzgeräte der neuesten Generation

Sehr viel Interesse für Atemschutzgeräte der neuesten Generation